Abend der Stille

 


„Abend der Stille“

Herzliche Einladung zu einem neuen Angebot in der Gemeinde

Der Abend der Stille findet einmal im Monat mittwochs statt.

Die nächsten Termine sind:

13. September, 11. Oktober, 8. November und 6. Dezember.
Ort: Gemeindehaus Bühl                            Zeit: 19:30 – 21 Uhr


Die "Abende der Stille" haben wir vor 16 Jahren in unserer hessischen Heimatgemeinde kennengelernt; sie waren dort ein fester Bestandteil des Gemeindelebens. Im Mittelpunkt steht die Praxis des stillen Gebets, der Kontemplation als uralter christlicher Gebetsform.
Traditionell werden drei Gebetsformen unterschieden: das mündliche Gebet (oratio), das wir alle kennen (z.B. das Vaterunser, Fürbittgebet), weiterhin die Betrachtung von Symbolen, Bildern oder Worten (meditatio) und das gegenstandslose stille Gebet (contemplatio).
Was ist Kontemplation?
Die Kontemplation zu beschreiben ist eigentlich kaum möglich, denn es geht hierbei eben gerade nicht darum, aktiv Gebete zu formulieren oder einen Text oder ein Bild zu betrachten, also um eine aktive geistige Tätigkeit. Vielmehr ist es ein sich immer mehr Lassen, sich loslassen, sich leer werden lassen, um sich somit auf die göttliche Gegenwart einlassen und sich von ihr anfüllen lassen zu können.
Bede Griffiths, ein bekannter Benediktiner und spiritueller Lehrer, hat 1992 eine schöne Beschreibung geliefert: "Kontemplation ist das Erwachen zur Gegenwart Gottes im Herzen des Menschen und im uns umgebenden Universum. Kontemplation ist Erkenntnis im Zustand von Liebe."
Im Wort "Kontemplation" ist das Wort "Tempel" enthalten. "Contemplari" meint beschauen, betrachten. Wir schauen Gott bildlos an, und wir werden von Gott angeschaut. Die Gegenwart Gottes zu erfahren ist jedoch Gnade und nicht willentlich herbeiführbar.
Um uns hierfür bereitzumachen, versuchen wir im stillen Gebet, ganz Lauschen zu sein, ganz anwesend zu sein in unserer gegenwärtigen Erfahrung, in der alles so sein darf, wie es ist, in der wir genau so sein dürfen, wie wir sind: "Gott ist gegenwärtig", "alles in uns schweiget" heißt es bei Gerhard Tersteegen.
Wer sich jemals in der Meditation versucht hat, weiß, dass oft zunächst keineswegs Stille und Gesammeltheit entstehen, sondern eine Vielfalt von Gefühlen, Gedanken, Bildern und körperlichen Empfindungen auf uns einströmt. Deshalb unterstützen wir unsere innere Sammlung und Zentrierung, in dem wir unsere Aufmerksamkeit in freundlich-wohlwollender Weise auf die Atembewegung und/oder ein Wort richten, als  vorkontemplative Formen.
Die Praxis der Kontemplation
- Die äußere Haltung sollte aufrecht und entspannt sein, um die innere Haltung zu unterstützen. Dabei ist es nicht wichtig, ob jemand auf einem Meditationsbänkchen oder -kissen oder einem Stuhl sitzt; es geht nur um Unterstützung für die Sammlung.
- Wir nehmen Körperempfindungen, Stimmungen und Gedanken freundlich wahr, ohne sie zu bewerten, ohne sie zu vertiefen oder an ihnen hängenzubleiben. Vielmehr öffnen wir uns für den Raum hinter diesen geistigen Prozessen.
- Die Fokussierung auf den Atem ist eine Möglichkeit der Vertiefung von Achtsamkeit: Der Atem wird so wahrgenommen, wie er kommt und geht, ohne etwas zu ändern.
- Eine andere Möglichkeit ist die Hingabe an ein Wort oder einen kurzen Satz wie "Jesus Christus", "Liebe", "Gott", "Shalom" oder "Ich in Dir, Du in mir".
Sanft auf die Atembewegung und den inneren Klang des Wortes zu lauschen unterstützt die Sammlung und Zentriertheit. Trotzdem geschieht es immer wieder, dass wir die Sammlung verlieren. Dann gilt es, dies freundlich wahrzunehmen und wieder zur Atembewegung oder zum Wort zurückzukehren.
Mit zunehmender Vertiefung können Atem und Wort immer mehr in den Hintergrund treten, und wir gelangen in den Raum des offenen, liebevollen Gewahrseins. Inmitten von all dem, was in und um uns herum auftaucht, können wir Momente oder Phasen inniger Verbundenheit, Einheit und den Frieden Gottes erfahren, "der höher ist als alle Vernunft".
Ablauf des Abends der Stille
- Kurze Einführung in das Sitzen in der Stille, die Kontemplation
- Einstimmen durch gemeinsames Singen und Gebetsgebärden
- Lesen eines Impulstextes
- angeleitetes Sitzen in der Stille (ca. 20 Min.)
- Achtsames Gehen (5-7 Minuten)
- angeleitetes Sitzen in der Stille (ca. 20 Min.)
- Text
- Lied
- Abschlussritual
- Ausklang: entweder aus der Stille nach Hause gehen oder bei einer Tasse Tee noch etwas Raum für Austausch.
Bitte Strümpfe und eine Decke mitbringen! Wer darüber verfügt, bitte auch Meditationsbänkchen oder -kissen mitbringen.
Jede und jeder ist eingeladen, zum "Schnuppern" vorbeizukommen. Die Gruppe ist offen, jeder Abend kann für sich besucht werden.
Bei Fragen können Sie sich gerne an Mechthild und Thomas Böhmer wenden (07071/5680839).